KSÖ Tirol: Ehrung couragierter Zivilpersonen

KSÖ-Tirol Präsident Mag. Helmut Tomac und Landeshauptmann Günther Platter mit den geehrten Zivilpersonen.

KSÖ-Tirol Präsident Mag. Helmut Tomac und Landeshauptmann Günther Platter mit den geehrten Zivilpersonen.

Am 28. Oktober 2015 fand im neuen Landhaus in Innsbruck, Saal Paris, mit würdevoller Umrahmung durch ein Quintett der Polizeimusik Tirol die feierliche KSÖ-Auszeichnung von couragierten Bürgern durch Landespolizeidirektor Mag. Helmut Tomac und Landeshauptmann Günther Platter statt.

Dabei wurden sieben Fälle aus den Bezirken Innsbruck-Stadt, Landeck, Imst, Kufstein, Schwaz und Reutte mit insgesamt 13 Zivilpersonen (eine Frau und zwölf Männer) ausgezeichnet, die mit ihrem Handeln wesentlich dazu beigetragen haben, Straftaten zu klären und Tatverdächtige festzunehmen.

KSÖ-Tirol Präsident Mag. Helmut Tomac bedankte sich in einer Ansprache bei den Geehrten für ihre Zivilcourage. "Sie haben durch beherztes und bedachtes Handeln zur Klärung von Straftaten beigetragen. Zivilcourage wird weiter an Bedeutung gewinnen und ein breites Spektrum haben. Die Gesellschaft braucht Menschen, die hinsehen statt wegsehen und handeln statt untätig sind. Mit dieser Auszeichnung möchten wir ihnen allen danken und unsere Wertschätzung zum Ausdruck bringen."

Tirols Landeshauptmann Günther Platter sprach den Geehrten den Dank und die Anerkennung des Landes aus: "Sicherheit ist nicht nur Kernaufgabe der Polizei, sondern braucht das Engagement der ganzen Gesellschaft. Es ist wohltuend zu sehen, dass Menschen helfen. Sie sind durch ihren selbstlosen Einsatz zu Vorbildern geworden, denn Sie haben nicht weggeschaut, sondern hingeschaut und entsprechend gehandelt." Platter betonte auch, welchen unschätzbaren Wert es darstelle, in Freiheit und Sicherheit leben zu können. Das werde einem aktuell beim Blick auf die vielen tausenden Menschen bewusst, die vor Krieg und Terror in ihren Heimatländern flüchten müssen.

Besonders beeindruckend war das couragierte Verhalten von mehreren Passanten nach einem bewaffneten Raubüberfall von insgesamt sechs Tätern auf ein Juweliergeschäft am 18. Juli 2015 in der Maria Theresien Straße in Innsbruck. Während ein Täter die Verkäuferin und in weiterer Folge auch den Geschäftsführer mit einer Faustfeuerwaffe bedrohte und brutal attackierte, betraten vier Komplizen den Verkaufsraum, schlugen mit den mitgebrachten Hämmern die Vitrinen gewaltsam ein und raubten diverse Schmuckgegenstände und Uhren. Die beiden Angestellten des Juweliergeschäftes verhielten sich trotz der Extremsituation vorbildlich. Sie setzen keine Gegenwehr und verständigten noch während des Überfalles durch die Auslösung der Alarmanlage die Polizei. Zwei couragierte Bürger, die die Täter bei deren Flucht beobachteten, nahmen sofort zu Fuß die Verfolgung auf und konnten gemeinsam mit anderen Passanten einen der Täter stellen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Ein deutscher Urlaubsgast fertigte als weiterer Augenzeuge geistesgegenwärtig mit seiner Kamera Fotos des Haupttäters an und stellte diese der Polizei für die weiteren Ermittlungen und Fahndungsmaßnahmen zur Verfügung. Eine Angestellte aus einem angrenzenden Geschäftslokal wurde ebenfalls Zeugin des Vorfalles und verständigte sofort mit ihrem Handy die Polizei. In weiterer Folge kümmerte sie sich bis zum Eintreffen der Polizei um die beiden Opfer. Durch dieses vorbildliche Verhalten gelang es der Polizei, zwei Tatverdächtige kurz nach der Tat festzunehmen und die gesamte Beute sowie zahlreiche Beweisgegenstände sicherzustellen. Bei den Tätern handelt es sich um eine international agierende Tätergruppierung aus Litauen, von denen noch vier Personen flüchtig sind.

Artikel Nr: 244521 vom Freitag,  30.Oktober 2015,  16:08 Uhr. http://www.polizei.gv.at/tirol/start.aspx?nwid=55697837746F327A564E633D&ctrl=3734335266674D385951343D&nwo=0 Etwaige Rückfragen an die Polizei Pressestelle Tirol Tel. 059133/701133.