KSÖ-Sicherheitsgipfel 2021

Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Dr. Margarete Schramböck

Bundesministerin Schramböck meinte im Hinblick auf mögliche Bedrohungsszenarien für die Wirtschaft, dass der Ernstfall bereits eingetreten sei. Cybersicherheit betrifft mittlerweile nicht nur die kritischen Infrastrukturen, sondern schon jedes produzierende Unternehmen – von der Milchproduktion, über die Produktion von Medikamenten bis hin zur Produktion von Lebensmitteln. Das Thema Operational Security ist dabei ein besonders heikler Bereich. Viele mittelständische Unternehmen sind aktuell nicht in der Lage jene Investitionen zu tätigen, um gegen solche Angriffe vorzugehen.

Im Rahmen des KSÖ-Sicherheitsgipfel betonte die Ministerin die Bedeutung der österreichischen KMU‘s als größte Arbeitgeber in Österreich. Diese wurden besonders stark und meist unvorbereitet von der COVID-19-Krise getroffen. Die Bundesregierung hat unter der Führung des BMDW mit einer Reihe von Maßnahmen dazu beigetragen, diese Unternehmen in der Krise zu unterstützen, etwa mit Regelegungen zur Kurzarbeit oder den Investitionsprämien. Es wurden innerhalb kurzer Zeit 5 Mrd. Euro in die Wirtschaft investiert, eine bis heute noch nie als Einzelmaßnahme aufgeschüttete Summe. Diese wichtigen Investitionen und Begleitmaßnahmen haben geholfen, die für Österreich so wichtigen KMU in der Krise zu unterstützen und Strukturen zu erhalten.

Mit der Umstellung der Arbeit ins Home-Office sind außerdem zusätzliche Herausforderungen und Risiken für Unternehmen aufgetreten, gerade im Bereich der Cybersicherheit. Deswegen ist es besonders relevant, Investitionen in Cybersicherheit zu tätigen und Lösungen zu finden, um die österreichische Wirtschaft zu schützen. Mit dem Cybersicherheits-DACH-Planspiel des KSÖ im Oktober 2021 wurde eine sehr sinnvolle Maßnahme zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Behörden gesetzt, die es auf jeden Fall fortzusetzen gilt. Auch die Digital Innovation Hubs – mittlerweile 6 an der Zahl - sind laut der Ministerin Erfolgsfaktoren, um Themen der Digitalisierung und Cybersicherheit in die Fläche und an die Unternehmen heranzutragen. 

Ein weiterer essenzieller Punkt ist Knowhow. Österreich braucht Experten in diesem Bereich. Denn das jetzige Ausbildungsangebot wird nicht ausreichen, um in Zukunft dagegen vorgehen zu können. Das Thema Cybersicherheitsbildung muss im Bereich der Digitaluniversität vorkommen, welches neben dem Bereich KI ein wichtiges Themenfeld darstellt. Dies betrifft nicht nur die Universitäten bzw. Fachhochschulen, sondern auch die Lehre. Auch hier müssen Cybersicherheitsthemen stärker hineingebracht werden.

Italien baut momentan ein externes Cybersicherheitszentrum auf, unter der Kooperation vieler Ministerien, wo das übergeordnete Miteinander ein großes Thema ist. Dieses Miteinander ist auch in Österreich der Schlüssel zum Erfolg. In Österreich wird auf allen Ebenen bereits sehr gut zusammengearbeitet, dies gilt es nun auszubauen und fortzuführen. Wenn es aber beispielsweise um den Schutz gegen die Cyberkriegsführung geht, dann werden sicher noch größere Anstrengungen notwendig sein.

© Katharina SCHIFFL