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Wiener Sicherheitsgespräche: Städte brauchen neue Sicherheitskonzepte

Trendstudie „Urbane Sicherheit“ zeigt vielfältige Bedrohungslagen für städtische Räume – Sobotka: „Mit Forschungsergebnissen Sicherheit von morgen stärken.“

Bei den am 2. Oktober 2017 im Raiffeisen Forum Wien abgehaltenen Sicherheitsgesprächen des Kuratoriums Sicheres Österreich (KSÖ) und der Landespolizeidirektion Wien wurde die neue Trendstudie „Urbane Sicherheit“ präsentiert. Sie zeigt, dass die Verteilung von Kriminalität zwischen Stadt und Land fließend, die Bedrohungslage in Städten aber grundsätzlich höher ist. Städte sind insbesondere für Terrorangriffe, Gewaltdelikte, Eigentumsdelikte und die Kombinationen dieser Deliktformen verletzlicher.

Trends in urbaner Kriminalität

Konkrete Trends in der Entwicklung der urbanen Kriminalität sind laut Studie unter anderem die Zunahme der Alterskriminalität, eine ansteigende Nahfeldkriminalität, die Transnationalisierung der organisierten Kriminalität, die zunehmende Vielschichtigkeit von Terrorismus, die steigende Bedeutung von digitaler Sicherheit und die Zunahme religiös, kulturell und ethnisch motivierter Kriminalität.

Neue Sicherheitskonzepte mit Bürgerkommunikation

Der Zunahme von Ängsten und Sicherheitsbedürfnissen kann laut Studie unter anderem durch neue Sicherheitskonzepte Rechnung getragen werden. „Urbane Sicherheit wird durch ein Maßnahmenpaket verbessert, zu dem ordnungsrechtliche, personelle, technische, baulich-gestalterische sowie sozial-räumliche Maßnahmen und vor allem auch die Kommunikation mit den Bürgern gehören. Ein solches Maßnahmenpaket wird vor allem dann erfolgreich sein, wenn zukünftige Entwicklungen im Bereich der Kriminalität mit hohen Eintrittswahrscheinlichkeiten konsequent beobachtet und Maßnahmen proaktiv entwickelt und eingeleitet werden“, bilanziert die Studie.

Bestätigung für GEMEINSAM.SICHER in Österreich

Für Innenminister Wolfgang Sobotka sind die Studienergebnisse ein Auftrag, die begonnene Zusammenarbeit zwischen Bevölkerung und Polizei gezielt fortzusetzen. „Mit der Analyse künftiger Sicherheitsherausforderungen und der Übertragung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in konkrete Regionen und städtische Räume Österreichs stärken wir heute die Sicherheit von morgen. Das ist eine zentrale Zielsetzung unseres erfolgreichen Initiative GEMEINSAM.SICHER in Österreich“, so Sobotka.

Forschung für Sicherheitslösungen 

KSÖ-Präsident Erwin Hameseder unterstreicht die Bedeutung von Forschung für mehr Sicherheit im städtischen Raum: „Das KSÖ möchte in Partnerschaft mit dem Bundesministerium für Inneres die Ergebnisse der Sicherheitsforschung über Entwicklungen und Sicherheitsbedürfnisse in städtischen Räumen nützen, um gemeinsam mit der Bevölkerung und den Verantwortlichen in Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft die besten Sicherheitslösungen vor Ort zu erarbeiten.“

Umfassendes Sicherheitspaket für Wien

Im Rahmen der Wiener Sicherheitsgespräche wurde auch das kürzlich vorgestellte „Sicherheitspaket für Wien“ erörtert. Es bringt unter anderem 1300 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten für Wien, eine Immobilienoffensive für die Erweiterung von Polizeiinspektionen sowie eine bessere Ausstattung bei Dienstfahrzeugen, Schutzausrüstung und der mobilen Polizeikommunikation. „Angesichts der neuen Sicherheitsherausforderungen darf Wien nicht wegschauen, sondern muss hinschauen und handeln. Mit unserem Sicherheitspaket für Wien sorgen wir dafür, dass die Polizei erstklassig aufgestellt ist“, so Innenminister Sobotka.

Erfahrungen aus Berlin

Der Altbürgermeister des Berliner Stadtteils Neukölln, Heinz Buschkowsky, berichtete über seine Erfahrungen aus einem Problembezirk. „Wenn das Vertrauen in den Rechtsstaat nicht mehr gegeben ist, dann sinkt das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Deshalb müssen wir denen den Rücken stärken, die unsere Werte verteidigen“, erklärte Buschkowsky im Rahmen der Veranstaltung. Er beobachte, dass Menschen verstärkt aus Problembezirken wegziehen würden, um Rechtssicherheit zu finden. „Durch dieses Abstimmen mit dem Möbelwagen entstehen vermehrt rechtsfreie Räume“, sagte der Altbürgermeister.

 

 

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