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Sicherheitspreis Oberösterreich

Die Raiffeisenlandesbank OÖ hat in Zusammenarbeit mit der Landespolizeidirektion und dem KSÖ am vergangenen Mittwoch zum 22. Mal den Raiffeisen Sicherheitspreis verliehen. Ausgezeichnet wurden 18 couragierte Bürgerinnen und Bürger, die dazu beigetragen haben, Verbrechen zu verhindern oder Straftaten rasch aufzuklären. Die Ehrung erfolgte im RaiffeisenForum in Linz durch Staatssekretärin im Bundesministerium für Inneres Karoline Edtstadler. Die 18 Preisträger wurden von einer Jury – bestehend aus RLB OÖ, Polizei und KSÖ – aus 57 eingereichten Fällen ausgewählt. Der Sicherheitspreis 2018 ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert.

 
Staatssekretärin Karoline Edtstadler betonte bei ihrer Festrede, dass es für die gesamte Gesellschaft und das Zusammenleben wichtig sei, Zivilcourage zu zeigen: „Der Raiffeisen Sicherheitspreis und die vorgestellten Fälle zeigen, dass die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Zivilbevölkerung sehr gut funktioniert. Die Beamtinnen und Beamten wären sonst oftmals auf verlorenem Posten.“ „Der Raiffeisen Sicherheitspreis soll die Zusammenarbeit von Bevölkerung und Exekutive fördern und dadurch einen Beitrag zu noch mehr Sicherheit leisten.“, unterstrich Heinrich Schaller, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ. Andreas Pilsl, Landespolizeidirektor für OÖ und KSÖ Vizepräsident, mahnte aber durchaus auch zur Vorsicht: „Bei mehreren Fällen, die heute vorgestellt wurden, ist deutlich mehr riskiert worden, als notwendig wäre. Wir sind zufrieden, wenn die Menschen aufmerksam sind, die Nummer der Polizei in Griffweite haben, weil schon der ein oder andere kleine Hinweis für uns sehr wichtig sein könnte. Der Sicherheitspreis gibt uns Gelegenheit Danke zu sagen. Wir wissen, dass wir die Bevölkerung brauche.“ KSÖ Präsident Bernhard Marckhgott stellte die Schwerpunkte der aktuellen KSÖ-Arbeit vor: Gewaltprävention v.a. im persönlichen Umfeld und Aufklärung im Bereich Cybersicherheit und Cyberkriminalität.

(v.l.n.r. Dr. Bernhard MARCKHGOTT, Mag. Karoline EDTSTADLER, M.A. Andreas PILSL)

IKT-Sicherheitskonferenz in Tirol

In der beeindruckenden Kulisse der Tiroler Berge fand von 16.-17. Oktober die diesjährige IKT-Sicherheitskonferenz des Abwehramtes des Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) statt. Diese Konferenz, die seit 2012 in jeweils einem anderen Bundesland abgehalten wird, dient zur Schulung von Expertinnen und Experten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Bereich der IT-Sicherheit und Cyber-Defense. Mit rund 60 Vorträgen von internationalen Cyber Security-Experten zu unterschiedlichen Themen war die Konferenz neuerlich ein Höhepunkt der Cyber- und IT-Security Veranstaltungen in Österreich. Das Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) beteiligte sich an der Konferenz mit einer eigenen Vortragsreihe zum Thema „Mensch und IT-Sicherheit in der Digitalisierung“.

 

Dabei sollte der Bogen von der Psychologie über Personal- und Führungsthemen bis zur Technik gespannt werden. Eröffnet wurde die Vortragsreihe mit einem für eine technische Konferenz ungewöhnlichen Blick auf die Auswirkungen der Digitalisierung auf die menschliche Psyche, insbesondere auf jene von Kindern und Jugendlichen. Dr. Petra Sansone (Psychologin und Einsatzoffizierin beim Bezirksrettungskommando Innsbruck) beschrieb dabei eindrucksvoll, dass viele der negativen Seiten der Digitalisierung (wie Cybermobbing, Hasspostings, etc.) nicht neu sind, durch die Technik aber verstärkt werden. Und dass wir eine neue Form der Entscheidungskompetenz benötigen, um diesen Auswirkungen entgegenzuwirken.

 

Der Fachkräftemangel in der IT-Security und die daraus folgenden Erfordernisse für Personalpolitik und Führung waren das Thema einer Paneldiskussion von Mag. Robert Wagenleitner (CSO der Raiffeisenbank International) und Alexander Szönyi (Chief Commercial Officer – Europe, Cognosec). Den Kern der Diskussion bildete die Frage, wie junge Talente von einer Ausbildung und Tätigkeit im Bereich der IT-Security überzeugt werden können, warum es aktuell zu einem Fachkräftemangel in diesem Bereich kommt und wie Fachkräfte gehalten werden können.

 

Diese Diskussion wurde thematisch durch das nachfolgende Panel fortgesetzt. DI Michael Schuch (Vorstand der SWARCO) und DI Robert Wagenleitner diskutierten über die Kommunikation zwischen der Führungsebene und den IT-Security Verantwortlichen und wie sie in Zukunft erfolgen muss, um den kommenden Herausforderungen gewachsen zu sein. Michael Schuch bestätigte dabei, dass IT-Security in den letzten Jahren als Führungsthema in der Vorstands- und Aufsichtsratsebene angekommen ist. Er betonte aber auch den Bedarf eines verstärkten Verständnisses für die wirtschaftlichen Abläufe der Unternehmen bei den IT-Security Spezialisten, um die Auswirkungen von IT-Security Entscheidungen auf das Unternehmen besser beurteilen zu können.

 

DI Dr. Maria Leitner (Scientist Digital Safety & Security, Austrian Insititute of Technology AIT) präsentierte im vierten Block die Vorteile aber auch die Herausforderungen von Planspielen für das Führungsverfahren von Unternehmen und Behörden. Den Kernpunkt bildete dabei das KSÖ/AIT Cybersecurity Planspiel 2017, das durch die Verwendung der AIT Cyberrange die Bewältigung eines komplexen technischen Angriffes auf Systeme der kritischen Infrastruktur ermöglicht hatte (das Video zum Planspiel finden Sie hier: KSÖ Cybersecurity Planspiel 2017)

 

Den Vortragsteil beendete DI Dr. Peter Teufl (Geschäftsführer von A-SIT Plus und Professor an der TU Graz) mit der Präsentation aktueller Herausforderungen bei der sicheren Softwareentwicklung und einer kritischen Betrachtung der Versprechen moderner Entwicklungstechniken aus dem Blickwinkel der IT-Security.

 

Den Abschluss bildete eine Paneldiskussion zum Thema eines Teils der Vortragenden (DI Robert Lamprecht, DI Dr. Peter Teufl, DI Dr. Maria Leitner) und weiterer Experten (Peter Gerdenitsch, CISO RBI, Mag. Gernot Goluch Cybersicherheitsexperte im BVT), die unter reger Publikumsbeteiligung stattfand. Die Diskussionsthemen erstreckten sich von der Personalpolitik über den Führungskräftemangel bis zu den erwarteten Auswirkungen des NIS-Gesetzes auf die IT-Sicherheitslage Österreichs.

 

Links zu Berichterstattungen von den Vorträgen und den Vortragenden:

Dr. Petra Sansone, „Den Mensch mitdenken“

DI Robert Wagenleitner, „Security Mitarbeiter werden vom Watchdog zum Business Enabler“

DI Schuch, DI Lamprecht, „Wie Security-Experten den Draht zum Vorstand finden“

Dr. Maria Leitner, „Verbesserungspotential schon früh erkennen“

Dr. Peter Teufl, „Sichere Software: Deep Learning wirft viele Fragen auf“

Abschließende Paneldiskussion des KSÖ in Alpbach