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KSÖ Tirol Ehrung Couragierter Bürger 2017

Am 23.10.2017 fand im Landhaus in Innsbruck, mit würdevoller Umrahmung durch ein Quintett der Polizeimusik Tirol die feierliche Auszeichnung von couragierten Bürgerinnen und Bürgern durch LH Günther Platter gemeinsam mit den Präsidenten des Kuratoriums Sicheres Österreich Landesklub Tirol Landespolizeidirektor Mag. Helmut Tomac, Vorstandsvorsitzender der Moser Holding AG Mag. Hermann Petz sowie Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen – Landesbank Tirol AG Dr. Johannes Ortner, statt.

„Hinsehen, Hinhören und Handeln, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen“ – 2 Frauen und 17 Männer hatten durch ihre besondere Aufmerksamkeit, durch das Übermitteln präziser Hinweise an die Polizei sowie das Erkennen eines sofortigen Handlungsbedarfes Mut und Zivilcourage bewiesen und damit die Polizei bei der Klärung von Straftaten und der Festnahme von Tatverdächtigen wesentlich unterstützt.

LPD Mag. Helmut Tomac 

„Unsere Gesellschaft braucht Personen, die Hinschauen statt Wegschauen, die Handeln statt Zusehen – Unser Land braucht Bürgerinnen und Bürger mit Zivilcourage! Heute zeichnet das KSÖ Tirol gemeinsam mit dem Land Tirol und der Polizei 19 Personen aus, die in 14 Fällen beispielhaft dazu beigetragen haben, dass Täter einfacher oder schwerer Vergehen oder Verbrechen in Zusammenarbeit mit der Polizei und der Justiz überführt und zur Verantwortung gezogen werden konnten“, führte Landespolizeidirektor Mag. Tomac in seiner Ansprache an die couragierten Bürger und Bürgerinnen an.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter sprach den Geehrten den Dank und die Anerkennung des Landes aus.

LH Günther Platter bei seiner Ansprache

„Sicherheit braucht die Zivilgesellschaft. Die Polizei leistet hervorragende Arbeit für die Sicherheit der Tirolerinnen und Tiroler. Es braucht jedoch das Engagement jedes Einzelnen und Sie alle haben durch Ihren selbstlosen und couragierten Einsatz einen wichtigen Beitrag zu einem sicheren Tirol geleistet.“

Der Landeshauptmann bedankte sich bei der Polizei für die großartige Arbeit, vergaß aber auch nicht die anderen Blaulichtorganisationen und die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer zu erwähnen, die für eine umfassende Sicherheit der Bevölkerung beste und unverzichtbare Arbeit leisten.

Gruppenfoto der zu ehrenden Personen mit LH Günther Platter und den KSÖ-Präsidenten

Das KSÖ bei den Microsoft Security Days

Am 18. Oktober 2017 führte das KSÖ gemeinsam mit Microsoft Österreich im Rahmen der Microsoft Security Days eine Branchenveranstaltung aus der Reihe „KSÖ Rechts- und Technologiedialog“ durch. Dabei wurde über den Status und die Auswirkungen des Cybersicherheitsgesetzes (NIS-Gesetz) und der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) informiert und über aktuelle technische Bedrohungen diskutiert. Dr. Dorothee Ritz, Geschäftsführerin von Microsoft Österreich, und Dr. Alexander Janda, KSÖ Generalsekretär, eröffneten die Veranstaltung und betonten die Bedeutung von Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Wissenschaft im Kampf um digitale Sicherheit.

Dr. Dorothee Ritz

In einer Keynote präsentierte Wolfgang Rosenkranz (KSÖ) den Status des NIS-Gesetzes und seine Auswirkungen auf eine staatlich-private Zusammenarbeit. Harald Leitenmüller (Microsoft) informierte darüber, dass Microsoft die DSGVO als Maßstab für Datensicherheit weltweit einsetzen wird und welche Werkzeuge Microsoft einsetzt, um die Vorgaben der Verordnung zu erfüllen. In einer anschließenden Paneldiskussion mit Vertretern von BMI, BMLVS, CERT.at, KPMG und Microsoft wurde detaillierter auf die aktuelle Cyberbedrohungslage und auf Erwartungen an das NIS-Gesetz eingegangen. Die Teilnehmer waren sich darüber einig, dass das NIS-Gesetz positive Auswirkungen auf die digitale Sicherheit Österreichs haben wird, dass aber die Umsetzungsarbeiten eine intensive Kooperation von Staat und Wirtschaft benötigen werden. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung durch eine Präsentation aktueller Cybersecuritybedrohungen aus Sicht des israelischen Research & Development Centers von Microsoft.

Wiener Sicherheitsgespräche: Städte brauchen neue Sicherheitskonzepte

Trendstudie „Urbane Sicherheit“ zeigt vielfältige Bedrohungslagen für städtische Räume – Sobotka: „Mit Forschungsergebnissen Sicherheit von morgen stärken.“

Bei den am 2. Oktober 2017 im Raiffeisen Forum Wien abgehaltenen Sicherheitsgesprächen des Kuratoriums Sicheres Österreich (KSÖ) und der Landespolizeidirektion Wien wurde die neue Trendstudie „Urbane Sicherheit“ präsentiert. Sie zeigt, dass die Verteilung von Kriminalität zwischen Stadt und Land fließend, die Bedrohungslage in Städten aber grundsätzlich höher ist. Städte sind insbesondere für Terrorangriffe, Gewaltdelikte, Eigentumsdelikte und die Kombinationen dieser Deliktformen verletzlicher.

Trends in urbaner Kriminalität

Konkrete Trends in der Entwicklung der urbanen Kriminalität sind laut Studie unter anderem die Zunahme der Alterskriminalität, eine ansteigende Nahfeldkriminalität, die Transnationalisierung der organisierten Kriminalität, die zunehmende Vielschichtigkeit von Terrorismus, die steigende Bedeutung von digitaler Sicherheit und die Zunahme religiös, kulturell und ethnisch motivierter Kriminalität.

Neue Sicherheitskonzepte mit Bürgerkommunikation

Der Zunahme von Ängsten und Sicherheitsbedürfnissen kann laut Studie unter anderem durch neue Sicherheitskonzepte Rechnung getragen werden. „Urbane Sicherheit wird durch ein Maßnahmenpaket verbessert, zu dem ordnungsrechtliche, personelle, technische, baulich-gestalterische sowie sozial-räumliche Maßnahmen und vor allem auch die Kommunikation mit den Bürgern gehören. Ein solches Maßnahmenpaket wird vor allem dann erfolgreich sein, wenn zukünftige Entwicklungen im Bereich der Kriminalität mit hohen Eintrittswahrscheinlichkeiten konsequent beobachtet und Maßnahmen proaktiv entwickelt und eingeleitet werden“, bilanziert die Studie.

Bestätigung für GEMEINSAM.SICHER in Österreich

Für Innenminister Wolfgang Sobotka sind die Studienergebnisse ein Auftrag, die begonnene Zusammenarbeit zwischen Bevölkerung und Polizei gezielt fortzusetzen. „Mit der Analyse künftiger Sicherheitsherausforderungen und der Übertragung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in konkrete Regionen und städtische Räume Österreichs stärken wir heute die Sicherheit von morgen. Das ist eine zentrale Zielsetzung unseres erfolgreichen Initiative GEMEINSAM.SICHER in Österreich“, so Sobotka.

Forschung für Sicherheitslösungen 

KSÖ-Präsident Erwin Hameseder unterstreicht die Bedeutung von Forschung für mehr Sicherheit im städtischen Raum: „Das KSÖ möchte in Partnerschaft mit dem Bundesministerium für Inneres die Ergebnisse der Sicherheitsforschung über Entwicklungen und Sicherheitsbedürfnisse in städtischen Räumen nützen, um gemeinsam mit der Bevölkerung und den Verantwortlichen in Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft die besten Sicherheitslösungen vor Ort zu erarbeiten.“

Umfassendes Sicherheitspaket für Wien

Im Rahmen der Wiener Sicherheitsgespräche wurde auch das kürzlich vorgestellte „Sicherheitspaket für Wien“ erörtert. Es bringt unter anderem 1300 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten für Wien, eine Immobilienoffensive für die Erweiterung von Polizeiinspektionen sowie eine bessere Ausstattung bei Dienstfahrzeugen, Schutzausrüstung und der mobilen Polizeikommunikation. „Angesichts der neuen Sicherheitsherausforderungen darf Wien nicht wegschauen, sondern muss hinschauen und handeln. Mit unserem Sicherheitspaket für Wien sorgen wir dafür, dass die Polizei erstklassig aufgestellt ist“, so Innenminister Sobotka.

Erfahrungen aus Berlin

Der Altbürgermeister des Berliner Stadtteils Neukölln, Heinz Buschkowsky, berichtete über seine Erfahrungen aus einem Problembezirk. „Wenn das Vertrauen in den Rechtsstaat nicht mehr gegeben ist, dann sinkt das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Deshalb müssen wir denen den Rücken stärken, die unsere Werte verteidigen“, erklärte Buschkowsky im Rahmen der Veranstaltung. Er beobachte, dass Menschen verstärkt aus Problembezirken wegziehen würden, um Rechtssicherheit zu finden. „Durch dieses Abstimmen mit dem Möbelwagen entstehen vermehrt rechtsfreie Räume“, sagte der Altbürgermeister.

 

 

Nationales Cybersecurity-Planspiel

Wie in unserem letzten Newsletter angekündigt, veranstaltet das KSÖ auch in diesem Jahr ein Cybersecurity Planspiel. Als Neuheit wird dieses Planspiel einen starken technischen Anteil haben, in dessen Rahmen auch die Erkennung und Analyse von Cybersecurity-Vorfällen durch Netzwerkanalyse geübt werden kann. Aber wie auch schon bei unseren früheren Planspielen liegt das Schwergewicht der Aufgaben bei der gemeinsamen Bewältigung der Herausforderungen durch Zusammenarbeit von Wirtschaft, Behörden und CERTs. Das Planspiel findet am 7. November 2017 von 09:00 Uhr bis ca. 17:00 Uhr in den Räumlichkeiten des TechGate Vienna, Donau-City-Straße 1, 1220 Wien (19. Stock) statt.

Die beteiligten Spieler setzen sich auch Vertretern der kritischen Infrastruktur, des nationalen und der Branchen-CERTs sowie der zuständigen Behörden zusammen. Damit auch interessierte Beobachter die Möglichkeit zum fachlichen Austausch erhalten und von den Ergebnissen des Planspiels profitieren können, haben wir ein breites Besucherprogramm zusammengestellt. Neben der Möglichkeit den Spielablauf zu verfolgen, werden wir auch Fachvorträge und eine Networking Lounge organisieren. Wir laden Sie daher herzlich dazu ein, uns am 7. November im TechGate Vienna zu besuchen!

Bitte melden Sie sich vorab unter office@kuratorium-sicheres-oesterreich.at an.

 

Trendstudie: Urbane Sicherheit

Trends und Entwicklungen der Kriminalität in Urbanen Räumen für das für das Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ)

Die Verstädterung schreitet weltweit rasant voran – 2050 werden bereits 75 % der Bevölkerung in Städten leben; auch in Österreich. Vor diesem Hintergrund sollte die Zukunft der Kriminalität und der Sicherheit in den Städten Österreichs in einer Zukunftsanalyse untersucht werden, die sowohl die zentralen Umfeldtrends erfasst, als auch die daraus resultierenden Phänomene nachvollziehbar beschreibt und Handlungsoptionen aufzeigt.

Betrachtet man die großen gesellschaftlichen Entwicklungen und ihre möglichen Auswirkungen auf die Zukunft der Kriminalität mit Fokus auf Sicherheit in urbanen Räumen, fallen fünf Megatrends besonders ins Auge. Es sind der Demographische Wandel, die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung, die Globalisierung, der technologische Fortschritt und der Wertewandel mit seinen widersprüchlichen Ausprägungen.

Diese Megatrends haben Auswirkungen auf die Entwicklung der Kriminalität und die Sicherheit von Städten und Ballungszentren. Identifiziert wurden neun Trends mit hohem Veränderungspotenzial und drei Begleittrends mit hoher Relevanz für die zukünftige Entwicklung urbaner Sicherheit. Die wichtigsten Trends sind:

  1. Zunahme der Alterskriminalität,
  2. ansteigende Nahfeldkriminalität,
  3. Transnationalisierung der Organisierten Kriminalität,
  4. zunehmende Vielschichtigkeit von Terrorismus,
  5. steigende Bedeutung von Digitaler Sicherheit,
  6. neue Gefahren durch High-Tech Kriminalität,
  7. Anstieg von Hass- und Vorurteilsverbrechen,
  8. neue Dimensionen politisch motivierter Kriminalität,
  9. Zunahme religiös, kulturell und ethnisch motivierter Kriminalität, 
  10. wachsende Sicherheitserwartungen,
  11. zunehmende Ausdifferenzierung des Rechtsempfindens sowie
  12. Klimawandel und zunehmend extreme Wetterereignisse.

Zu den zentralen Erkenntnissen zählen,

  • die Verteilung von Kriminalität zwischen Stadt und Land ist nicht eindeutig feststellbar, die Übergänge sind fließend – es gibt aber eine grundsätzlich höhere Bedrohungslage in Städten.
  • Städte haben höhere Vulnerabilität für Terrorangriffe, Gewaltdelikte, Eigentumsdelikte und Kombinationen dieser Deliktformen.
  • die zunehmende Ortlosigkeit des Urbanen infolge der globalen Mobilität und der Allgegenwart der Informations- und Kommunikationstechnologien verbunden mit einer fortschreitenden Atomisierung der Gesellschaft, tragen zur sozialen Vereinsamung und Vereinzelung von Menschen bei.
  • die Zunahme von Ängsten und Sicherheitsbedürfnissen, denen unter anderem durch neue Sicherheitskonzepte Rechnung getragen werden kann.
  • der Wertewandel, der parallel zur fortschreitenden Individualisierung verläuft und einerseits zu einer verstärkten Säkularisierung und andererseits zu sogenannten geschlossenen Gesellschaften mit politischen oder religiösen Ordnungssystemen führt.
  • die Ordnungs- und Sicherheitsbehörden allein können die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl nur bedingt verbessern, hierzu muss die gesamte Gesellschaft beitragen.

Urbane Sicherheit wird durch ein Maßnahmenpaket verbessert, zu dem ordnungsrechtliche, personelle, technische, baulich-gestalterische sowie sozial-räumliche Maßnahmen und vor allem auch die Kommunikation mit der Bürgerschaft gehören. Ein solches Maßnahmenpaket wird vor allem dann erfolgreich sein, wenn zukünftige Entwicklungen im Bereich der Kriminalität mit hohen Eintrittswahrscheinlichkeiten konsequent beobachtet und Maßnahmen proaktiv entwickelt und eingeleitet werden.

 

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