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Mikl-Leitner und Karmasin: Gewaltprävention mit starken Partnern

„Wenn es um Gewaltprävention geht, haben wir mit dem Familienministerium und dem Kuratorium Sicheres Österreich starke Partner an unserer Seite. Das ist wichtig, denn nur gemeinsam können wir Gewalt gegen Kinder und Jugendliche nachhaltig eindämmen“, sagte Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner am 1. Juli 2015 bei einer Pressekonferenz des Innenministeriums, des Familienministeriums und des Kuratoriums Sicheres Österreich (KSÖ) zum Thema „Schutz vor Gewalttätern – Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt und zum Schutz gefährdeter Opfer“.

Polizeiarbeit auch Opferarbeit

Polizeiarbeit sei auch Opferarbeit, deshalb sei Opferarbeit ein zentraler Teil der Ressortstrategie „INNEN.SICHER.“, sagte die Innenministerin. „Mit dem Projekt „Komplexe Opferarbeit“ werden beispielsweise Polizistinnen und Polizisten im Umgang mit gefährdeten Kindern und Jugendlichen sensibilisiert und die Zusammenarbeit mit Jugendhilfeträgern wird verbessert.“

Die Amokfahrt in Graz habe auf tragische Weise gezeigt, dass neben den Opfern auch den Tätern geholfen werden müsse, sagte Mikl-Leitner. „Deshalb wollen wir das bisher freiwillige Angebot für Gewalttäter auf ein Rechtsgespräch mit einem Polizisten verpflichtend im Sicherheitspolizeigesetz verankern.“

Mit einem neuen „Gefährdungseinschätzungstool“ werde den Polizistinnen und Polizisten außerdem ein Werkzeug in die Hand gegeben, Gewaltsituationen richtig einzuschätzen, sagte die Innenministerin. Und das Projekt MARAC (Multi-Agency Risk Assessment Conference) habe zum Ziel, alle Behörden und Institutionen zeitnah zu einem Vorfall an einen Tisch zu bringen, die an diesem Fall involviert sind, um den Opferschutz gemeinsam zu optimieren.

Maßnahmen des Bundesministeriums für Familien und Jugend

„Ich freue mich über diesen Schulterschluss zwischen Innen- und Familienministerium bei Gewaltprävention und Opferschutz. Wir haben ein Bündel an Maßnahmen vorbereitet, um vor allem Kinder vor Gewalt in der Familie zu schützen“, sagte Familien- und Jugendministerin Dr. Sophie Karmasin. Nach Schweden, Norwegen und Finnland sei Österreich 1989 der weltweit vierte Staat gewesen, in dem die körperliche Züchtigung von Kindern ausdrücklich und gesetzlich verboten wurde.

„Heute ist bei der Einstellung zur körperlichen Gewalt in der Erziehung ein positiver abnehmender Trend erkennbar. Allerdings finde ich es erschreckend, dass immer noch 27% der Österreicherinnen und Österreicher die sogenannte „gesunde Watsche“ als akzeptabel ansehen. Zudem halten mehr als 50% der Österreicher, sogar mit steigender Tendenz, Schreien und Ausschimpfen als zulässige Erziehungsmittel. Hier müssen wir noch viel stärker in die Bewusstseinsbildung gehen und Aufmerksamkeit schaffen, dass auch psychische Gewalt eine Gewalt am Kind ist“, so Karmasin.

Ein neuer Leitfaden des BMFJ für Pädagoginnen und Pädagogen solle helfen, Gewalt an Kindern zu erkennen. Weitere Maßnahmen des BMFJ seien Elternbildungsangebote, die von rund 100.000 Männer und Frauen jährlich beansprucht würden, die Förderung von Familienberatungsstellen und Kinderschutzzentren sowie Online-Beratungsangebote.

Gewaltprävention als zentrales Handlungsfeld des KSÖ

Gewaltprävention sei für das Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) eines der zentralen Handlungsfelder, hob KSÖ-Präsident Mag. Erwin Hameseder hervor. „Auf Ebene der Bundesländer sind wir Partner einer Reihe von Sicherheitsverdienstpreisverleihungen. Im Besonderen geht es uns darum, jene Bürgerinnen und Bürger auszuzeichnen, die mit Zivilcourage bei der Verhinderung oder Bekämpfung krimineller Handlungen mitgewirkt haben.“

Das KSÖ entwickelte mit dem Institut für Gewaltprävention und Konfliktmanagement in Familien (IFGK) einen Lehrgang für Gewaltprävention, unterstützt von Partnern wie dem Bundesministerium für Inneres, dem Bundesministerium für Familien und Jugend und dem Wiener Hilfswerk. „Der Lehrgang wurde im Herbst 2014 erstmals durchgeführt. Im Frühjahr 2015 wurde er aufgrund der Terroranschläge in Paris in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle Extremismus um den Schwerpunkt Radikalisierungsprävention erweitert“, sagte der KSÖ-Präsident.

Diplomübergabe durch Mikl-Leitner und Karmasin

15 Frauen und Männer schlossen den zweiten Lehrgang für Konfliktmanagement, Gewalt- und Radikalisierungsprävention des IFGK Ende Juni 2015 ab. Der Lehrgang mit Schwerpunkt „Radikalisierungsprävention“ wurde berufsbegleitend an sechs Wochenenden abgehalten. Die Bundesministerinnen Johanna Mikl-Leitner und Sophie Karmasin überreichten den Absolventen am 1. Juli 2015 die Diplome.